Minas Geburt im Geburtshaus Felber

Diese Geschichte beginnt am Montag Abend, dem 13. Dezember 2010, kurz vor Weihnachten.

Ich war 40 Wochen und 4 Tage schwanger und freute mich einerseits auf unser Baby, auf der anderen Seite wollte ich es auch irgendwie noch nicht “hergeben” und der Welt zeigen.

Ein paar Tage vorher hatten wir uns noch mit Karin getroffen, was uns wie immer sehr gut tat.

Wir beide schätzten  uns sehr glücklich, sie als unsere Hebamme zu haben, da sie uns mit ihrer  umsichtigen und feinfühligen Art das Vertrauen zu einer natürlichen Geburt gab.

Um ca. 22 Uhr dieses Abends setzen also die ersten Vorwehen ein.

Wir telefonierten mit Karin.

Sie sagte, dass wir uns wieder melden sollten, wenn die Wehenabstände unter 10 Min. betragen würden.

Gegen 23.45 machte es in meinem Unterleib sowas wie “Plopp” und ich dachte, als ich am WC nachschaute “ok, das war jetzt die Fruchtblase”. Wir riefen Karin nochmal an und fuhren dann bei Eiseskälte und im Schneckentempo los ins Geburtshaus. Auf der Göstingerstraße, als wir über die erste Bodenwelle rollten,  saß ich dann plötzlich wirklich im Nassen. Das Plopp war also doch nur der Schleimpfropf gewesen, wie uns Karin später erklärte und das Fruchtwasser war- klassisch- am Beifahrersitz. Kurz darauf waren wir jedoch schon im Geburtshaus von Monika Felber und Karin empfing uns an der Tür. Drinnen war es angenehm warm und ruhig, ich schlüpfte schnell aus der nassen Hose. Die Herztöne des Babys wurden auf der Geburtsliege kontrolliert und kurz darauf stieg ich schon das erste Mal in die Wanne, wie ich es mir gewünscht hatte. Die Wehen waren jetzt schon relativ stark und regelmäßig. Mein Freund Wolfi las mir erst noch zwischen den Wehen aus einem Buch vor- “Liebesmärchen” von Tegetthoff, was mich ein wenig ablenkte. Nach jeder Geschichte musste ich ihn allerdings um eine Zusammenfassung bitten, da ich nur die Hälfte mitbekommen hatte, weil ich zusehends in eine Art Trance geriet.. also hörten wir nach einer Weile wieder auf. Ich war sehr froh, Wolfi bei mir zu haben, wollte jedoch nicht berührt werden.

Ich versuchte verschiedene Positionen, stieg dann wieder aus der Wanne und ging im Zimmer umher, wobei mir bauchtanzartiges Beckenkreisen während der Wehen ganz gut half. Karin war eine Riesenstütze, strahlte eine wunderbare Ruhe aus und ermutigte und lobte mich oft, was mir sehr half.  Ich fühle mich wie in einem langen Tunnel durch den ich einfach durch musste. Aber jede Wehe sei eine Wehe weniger, meinte Karin :)

Meine Riesenangst vor den Schmerzen war wie weggeblasen und die nächsten Stunden nahm alles seinen natürlichen Lauf.

Das nächste woran ich mich erinnere, war eigentlich schon die Zeit kurz vor den Presswehen. Ich bekam nochmal eine  Injektion um die Schmerzen zu lindern und  später einen Nasenspray, der die Wehen verstärkte, beides homöopathisch.

Muttermund Öffnung- einrichten??

Das Köpfchen unseres Babys war schon zu fühlen, jedoch gelang es uns beiden nicht eine gewisse Schwelle zu überschreiten, die Geburt ging plötzlich nicht mehr weiter. Die letzte Drehung im Geburtskanal musste noch geschafft werden. Zu diesem Zeitpunkt war ich mit meinen Kräften schon ziemlich am Ende und bekam plötzlich wieder Hunger. Da die Geburt jedoch schon so weit fortgeschritten war, musste ich noch mit Traubenzucker durchhalten, da man das Essen zu diesem Zeitpunkt nicht mehr wirklich behalten kann.

Nun war es an der Zeit für den “endspurt”. Karin forderte mich auf, nochmal alle Kräfte zu sammeln und die Energie so einzusetzen, dass sie in meinem Unterleib wirken könne . Ich war im Vierfüßler-Stand auf der Geburtsliege und krallte mich bei jeder Wehe in die Matratze.  Wolfi hielt mir ganz fest die Hand und ein  paar Wehen später war das Köpfchen geschafft. Meine Helfer berichteten mir, dass  das Baby langsam die Augen öffnete und die Welt erblickte. Dann schloss es sie erst mal wieder. Die Schultern waren noch eine Hürde, wobei mich Karin sogar nochmal einbremsen musste, bei der Wehe nur leicht zu pressen.Kurz darauf war Mina da. Das Zimmer war hell erleuchtet im Morgenlicht und ich war glücklich, es geschafft zu haben. Karin legte mir Mina auf den Bauch und nun war der Grund für die vorige Verzögerung ersichtlich:  die Nabelschnur war nur einen halben Meter lang.

Die Plazenta folgte auch bald, wurde auf ihre Vollständigkeit untersucht und eingepackt. Als die Nabelschnur ausgepulst hatte, durchtrennte sie Wolfi mit einer Schere und Mina wurde mir das erste Mal an die Brust gelegt. Die Stimmung war sehr friedlich und ruhig und bald schliefen wir das erste Mal gemeinsam als Familie ein.