Geburtsbericht - Christian Elijah

Nachdem meine erste Geburt nahezu schrecklich über die Bühne ging, habe ich beschlossen, bei meinem zweiten Kind eine Hebamme in Anspruch zu nehmen, die mich bei einer Hausgeburt begleitet. Nach längerem Suchen stieß ich auf Karin.

Sie besuchte mich zu Hause und ich war gleich begeistert, von ihrer engelhaften Erscheinung – aber auch ein bisschen Hexe dazu!! Wir unterhielten uns über die Hausgeburt, über meine bisherigen Erfahrungen (meine erste Geburt und meine Mutterschaft) und besprachen das Notwendigste.

Ich erlebte die zweite Schwangerschaft sehr stress- und angstfrei. Ich suchte mir eine Ärztin, die mich ohne Ultraschalluntersuchung in dieser Zeit begleiten würde und fühlte mich gut aufgehoben und betreut. Es fiel diese aufwühlende 4-6 wöchentliche Ultraschalluntersuchung weg, die zwar auf der einen Seite erfreulich ist, weil man Gelegenheit hat, sein Kind zu „sehen“, auf der anderen Seite aber auch immer wieder Angst in mir hervorrief, „ob wohl alles mit dem Kind stimmte“. Das alles fiel weg. Meine praktische Ärztin, wog mich ab, nahm Maß bei meinem Bauch und das war es auch schon. Karin besuchte mich zusätzlich und hörte zwischendurch kurz, ob die Herztöne beim Baby gut waren. So angenehm, ruhig und befreiend…

All die Tipps, die Karin mir gab wie zB Tee trinken, zur Entspannung des Gewebes und auch die Dammmassage, habe ich in der ersten Schwangerschaft total vermisst. Nun war mein Körper gut vorbereitet, weich und geschmeidig.

Schließlich war es so weit: am 24.3.2010, morgens um 6 h, bemerkte ich ein leichtes Ziehen im Unterleib. Es tauchte schon gleich mit einer Regelmäßigkeit auf, sodass ich um 8h Karin anrief, und sie bat, gleich loszufahren, (nachdem auch die erste Geburt recht schnell ging, und sie doch fast eine Stunde Fahrt zu mir hatte) schließlich war ich allein zu Hause…

Etwas nach 9h war sie schon da. Mit einer Seelenruhe. Mein Körper war innerlich auf Hochtouren, meine Wangen gerötet…jetzt ist es wohl soweit. Unsere Oma nahm den Kleinen und machte mit ihm einen Verwandtschaftsbesuch, während ich mich mit meiner Hebamme zu Hause auf die Geburt vorbereitete.

Ruhig und gelassen war sie bei mir, spürte nach, was ich wohl brauchte und schlug einen Spaziergang vor. „Ja, spazieren gehen ist gut, lenkt vielleicht von den Schmerzen ab.“ Wir gingen zu einer Kapelle, etwa 100m entfernt, und setzten uns auf eine Bank. Ich sah zu den Wolken rauf und begann zu summen. Ich stellte mir vor die Wehe wegzusingen. Karin ermahnte mich immer wieder: „Sag JA zur Wehe, sie bringt dich deinem Kind näher. Begrüße sie und stelle dich nicht gegen sie.“ Okay, „hallo, liebe Wehe, schön dass du da bist“ Zugleich: Warum tue ich mir das an?!?!? Es tut schon weh…!

Schließlich meinte ich, es wäre ein Pressgefühl da, gehen wir doch besser nach Hause. Gehen, stehen, atmen, es wird schon werden… Ich stützte mich an Karin, sie hielt stand … wir gehen weiter…

Zu Hause schließlich Tücher raus, Folie, ab ins Wohnzimmer und los geht’s… Eine halbe Stunde noch, und schon war er da, der „Christian Elijah“. Puuh, geschafft!

Karin hat mich wunderbar begleitet, ist auf meine Bedürfnisse eingegangen und hat mich zugleich die Geburt als fähige, kompetente Mutter durchleben lassen.

  

Wir beide waren wohlauf und gesund. Sie meinte noch zu mir: „Eine Geburt wie im Lehrbuch!“ Dieser Satz hat sehr gut getan. Nachdem meine Erfahrungen bei der ersten Geburt im Krankenhaus ziemlich niederschmetternd waren und auch der Satz einer Hebamme „Sie hätten es allein nicht geschafft“ ziemlich in meinen Knochen saß und mein Vertrauen in meine Fähigkeiten erschütterten, tat es sehr gut zu hören, dass es einfach super lief!

  

Die Zeit danach war für mich auch noch sehr wichtig. Karin besuchte mich, ermunterte mich in den Tagen des seelischen Durchängens und entließ mich in meine nun doppelte Mutterschaft… Danke Karin!