Geburt von Chiara, Katharina und Teresa 

 Die Erlebnisse um die Geburt meiner 3 Kinder werde ich in meinem Leben wohl nie vergessen. Gott sei dank, denn es ist ein Privileg der Frauen solche Gefühle, wenn auch solche Schmerzen empfinden zu können. In der ersten Schwangerschaft fühlte ich mich sehr wohl. Zu sehen wie der Bauch zu wachsen begann, imponierte mir. Die Bewegungen meiner Kleinen fühlten sich auch sehr aufregend an. Im Sommer war ich viel unterwegs, sogar im 8.Monat wanderten wir auf Almen. Dann kam der „große“ Tag. Am Abend zuvor hatte ich schon Wehen im 15 Minuten Abstand, die bis in die Nacht rein dauerten. Am nächsten Tag waren wir zur Kontrolle im Krankenhaus bestellt und da wurde mir mitgeteilt, aufgrund abgegangenem Fruchtwassers, die Geburt einleiten zu müssen. Am Nachmittag wurde mir ein Wehenmittel gegeben und die Wehen wurden dadurch stärker und regelmäßiger. Gegen 19.00 Uhr, als ich mit Walter Stiege auf und Stiege ab ging, verlangten mir die Wehen schon sehr viel ab. Zwei Stunden nachdem ich die Schmerzen kommen und wieder gehen ließ, kam die Hebamme wieder und sah, dass der Muttermund schon ca. 8 cm offen war – sie traute ihren Augen nicht. Es ging dann alles recht schnell, dadurch war es für mich sehr anstrengend. So etwas hatte ich zuvor ja noch nicht erlebt. Nach 6-8 Presswehen war die Kleine da. Leider war die Hebamme nicht sehr geduldig, denn sie hatte meinen Damm eingeschnitten, dass Chiara schneller kommen möge. Das Gefühl, als die Maus auf mir gelegen ist, war wirklich unbeschreiblich – ich war außer mir, glücklich, dankbar aber auch „fertig“.

  

Meine zweite Tochter Katharina kam ca. 6 Jahre später zuhause zur Welt. Wir haben uns Karin als Hebamme „auserkoren“. Auf die Geburt von Katharina hatte ich mich schon während der Schwangerschaft „gefreut“. Nun wusste ich, was auf mich zukommen würde und freute mich dieses Gefühl nochmals erleben zu dürfen. Auch dieses Mal hatte ich schon Tags zuvor Wehen, die wieder etwas schwächer wurden. Am Abend wurden sie dann regelmäßiger, als ich das EM-Fußballspiel Österreich-Polen im Fernseher anschaute. Walter war noch in Wien live dabei. Also musste die „Kathi“ noch etwas warten. Was sie auch tat. Die Wehen wurden dann um 01.00 Uhr nachts stärker und ich legte mich in die Badewanne. Dann kam Walter nach Hause. Eine Stunde später rief ich dann Karin an und sie meinte, ich solle meine Wehen weiter veratmen. Ich glaube, sie rechnete mit der Geburt erst am Morgen. Um ca. 04.00 Uhr früh platzte die Fruchtblase und dann rief ich Karin nochmals an. Da bekam ich ein wenig Panik, denn es war inzwischen schon ein heftiger Druck auf meinem Damm und After zu spüren und ich „durfte“ nicht mitpressen, sonst wäre die Katharina ohne Hilfe der Hebamme zur Welt gekommen.  Nach dem Eintreffen von Karin tastete sie mich ab und motivierte mich schon zu pressen. Eine halbe Stunde später war die 2. Maus da. Dieses Mal wurde ich natürlich nicht geschnitten, was mir mehr Schmerzen und Überwindung beim Gebären abverlangte. Aber auch dieses Mal entschädigte das Gefühl, die Kleine so natürlich zur Welt gebracht zu haben, für die erlittenen Schmerzen.

  

Unser 3.Mäderl im 3-Mäderlhaus Teresa kündigte sich schon ca. 3 Wochen vor Geburtsbeginn an. Immer wiederkehrendes Ziehen und abgehender Schleim machten mir Sorgen. Vor dieser Geburt hatte ich „Respekt“. Dieses Mal war die Schwangerschaft schon etwas beschwerlicher, als die beiden davor. Natürlich auch, dass man schon 2 Kinder zu versorgen hatte, und man sich nicht hinlegen konnte, wenn man will. Mit Karin hatte ich besprochen, dass ich meine Kleine in unserer Badewanne gebären will. Natürlich kündigte sich unsere Kleine wieder am Tag an um dann am nächsten Morgen zur Welt zu kommen. Dieses Mal rief ich Karin schon recht bald an. Die Wehen waren heftig und regelmäßig. Walter und Karin tranken Kaffee und unterhielten sich, während ich meine Schmerzen veratmete. Dann legte ich mich in die Badewanne um zu entspannen. Walter war damit beschäftigt, warmes Wasser nach zu füllen, Fotos zu machen und die Geburt zu filmen. Eine Stunde später ging ich in den Vierfüßlerstand und presste. Natürlich war es auch schmerzhaft und eine Überwindung, aber es war doch etwas erträglicher im Wasser zu sein. Teresa war da und ich zog sie durch meine Beine nach vor und nahm sie aus dem Badewasser. Wieder ein außerordentliches Gefühl. Teresa war zwar etwas gräulich (was normal sei bei einer Wassergeburt, meinte Karin), sie schrie nicht und wirkte zufrieden. Ich war überglücklich meine 3.Tochter so geboren zu haben, wie ich es mir zuvor gewünscht hatte. Unsere Größte weckten wir auf und sie konnte die Nabelschnur durchtrennen. Ich hoffe, sie wird dieses Erlebnis auch nie vergessen. Ich finde eine Geburt ist das tollste was man erleben kann, man ist in einem Ausnahmezustand emotional und körperlich. Doch bei meinen 2 Hausgeburten war es schön, dem Baby die Zeit zu lassen, die es braucht. In einem Krankenhaus entscheiden leider oft andere über den Geburtsverlauf und die Mama wird oft übergangen in ihren Empfindungen. Jede Frau sollte in ihren Körper reinhören, was sie spürt und in dem Moment will, aber auch wie weit das Baby ist und wann es kommen will. So kann dann jede Geburt zu einem schönen und glücklichen Erlebnis werden.