Geburt von Anna Samira

  

Die Auseinandersetzung mit dem Gebären begann schon einige Zeit vor der tatsächlichen Geburt unseres Kindes, zu diesem Zeitpunkt war mir Vieles noch nicht so bewusst...Vor geraumer Zeit hat mir meine Schwägerin unmittelbar nach der Geburt ihres 2. Kindes begeistert von einem Konzept des Gebärens berichtet, das sie bei ihrer sanften und natürlichen Geburt unterstützt hatte. Damals spürte ich ihre Faszination und dachte mir, an diesem Konzept ist wohl etwas Wahres dran, legte dieses aber aufgrund von Nichtrelevanz des Themas at acta. Die Faszination meiner Schwägerin noch gut in Erinnerung, machte ich mich 2 Jahre danach auf die Suche nach Wege und Mittel, die sanfte und natürliche Geburt für mich zu realisieren: Mit dem Gedanken, dass Gebären etwas ganz Natürliches ist und somit keine Ängste über massive Schmerzen oder Komplikationen auslösen muss, habe ich mich zu Beginn des letzten Schwangerschaftsdrittels mit den Möglichkeiten des Gebärens auseinandergesetzt: Es folgten ein Informationsabend im Krankenhaus, im Geburtshaus, ein Geburtsvorbereitungskurs, ein Infogespräch bei der Hebamme sowie die Auseinandersetzung mit dem Buch HypnoBirthing von Marie F. Mongan, aus dem ich Entspannungstechniken und Geburtsaffirmationen lernte. Durch Gespräche mit Freundinnen und Bekannten habe ich mir viele Meinungen und Empfehlungen anhören können und hab mich dann einfach mit Begleitung meines Partners auf die Suche nach der idealen Lösung für uns gemacht. Diese war auch schnell gefunden: Karin sollte unsere Hebamme sein und der ideale Geburtsort das Geburtshaus Graz Gösting, in dem ich auch gemeinsam mit meinem Partner das Wochenbett verbringen wollte. Immer wieder habe ich gehört, mich bei der Vorstellung des Geburtsszenarios nicht allzu sehr auf Gegebenheiten zu versteifen und so habe ich versucht, mir innerlich auch alle anderen Optionen offen zu halten. Konkret konnte ich mir auch eine Krankenhaus Geburt vorstellen, wenn es die Situation verlangt hätte. Beinahe wäre dieses Szenario auch eingetroffen, da die Herztöne unseres Kindes beim CTG schreiben, starke Ausreißer zeigten, wurde mir ein Wehenbelastungstest angeraten, den ich aber ablehnte und somit das Krankenhaus wieder verließ. Ausgelöst durch einen Blasensprung wurde genau zum Geburtstermin schlussendlich die Geburt ausgelöst. In dieser Situation konnte ich auf die hilfreiche Information meiner Hebamme zurückgreifen, dass das Köpfchen unseres Babys bereits im Geburtsbecken lag, sodass ein Nabelschnurvorfall nicht in Frage kam und wir ganz beruhigt die 50 minütige Fahrt ins Geburtshaus mit dem eigenen Auto antreten konnten. Dort wurden wir bereits von Karin erwartet (auch sie hatte zu nächtlicher Stunde den gleichen Weg zurückzulegen!) In den folgenden Stunden waren unterschiedliche Techniken, die ich mir schon während der Schwangerschaft angeeignet habe, sehr hilfreich (Schlafatmung, Ballonatmung aus HypnoBirthing sowie das Tönen: Kennengelernt im Geburtsvorbereitungskurs des EKIZ) Schlussendlich unterstützte das Wasser als auch homöopathische Spritzen die Öffnung des Muttermundes und so erblickte unser Baby, 17 Stunden nach dem Blasensprung mit Hilfe einer sehr unterstützenden, wohlwollenden und wenig eingreifenden Begleitung durch Karin, das Licht der Welt im Geburtsbecken des Geburtshauses. Zu unserer Überraschung durften wir ein kleines Mädchen willkommen heißen. Trotz eines relativ langen Geburtsverlaufs kann ich auf eine sanfte, natürliche und komplikationsfreie Geburt zurückblicken, die durchaus motivierend für Wiederholungen ist! Durch die Wahl der geeigneten Geburtsumgebung, die kompetente Begleitung vor und während der Geburt sowie die Vorbereitung auf eine sanfte, natürliche Geburt mittels des HypnoBirthing Konzeptes durfte ich eine wunderschöne Schwangerschaft und Geburt unserer Tochter erleben und dafür bin ich sehr dankbar!